Das Wichtigste vorab

GEO ist kein Ersatz für SEO, sondern baut darauf auf: Wer bei Google und Bing gut auffindbar ist, hat die halbe Miete. Die andere Hälfte sind frei zugängliches, konkretes Fachwissen und Erwähnungen der eigenen Marke auf fremden Seiten.

Dieser Artikel richtet sich an Marketing- und Vertriebsverantwortliche in B2B-Unternehmen. Er erklärt, wie KI-Suchen wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews ihre Quellen auswählen, welche 15 Faktoren nach aktuellem Stand wirken und welche verbreiteten Ratschläge sich ignorieren lassen.

Grundlage ist eine Auswertung von über 240 Quellen durch Seokratie (Stand Oktober 2026). Wir haben sie mit Plattform-Dokumentationen und weiteren Studien gegengeprüft und an verschiedenen Stellen präzisiert. Die Kurzfassung gibt es am Ende als Cheatsheet zum Download.

Was GEO ist – und warum B2B besonders betroffen ist

GEO (Generative Engine Optimization) umfasst alles, was dafür sorgt, dass KI-Suchen die Inhalte eines Unternehmens als Quelle verlinken oder seine Marke in ihren Antworten nennen. Begriffe wie AEO oder LLMO meinen im Kern dasselbe.

Google selbst sieht das nüchtern. In seinem Leitfaden zu generativen Suchfunktionen schreibt Google, diese seien in den zentralen Ranking- und Qualitätssystemen verankert. Die Optimierung dafür sei deshalb „still SEO“ (Search Engine Journal).

Für B2B ist das Thema besonders relevant, weil KI-Tools fest im Einkaufsprozess angekommen sind. Laut Forresters Studie „The State of Business Buying, 2026“ waren generative KI-Tools die am häufigsten genannte relevante Interaktion bei der Recherche vor einem Kauf (Digital Commerce 360).

Dieselbe Studie zeigt die Kehrseite: 20 % der Befragten fühlten sich wegen unzuverlässiger KI-Informationen bei ihrer Entscheidung unsicherer, im Einkauf waren es 28 %. Für Anbieter heißt das: Ein Teil der Vorauswahl passiert in Antworten, die sie nicht direkt steuern. Umso wichtiger ist, dass dort korrekte und belegbare Informationen über sie zu finden sind.

Wie KI-Suchen ihre Quellen auswählen

KI-Suchen beantworten eine Frage selten mit nur einer Suche. Sie zerlegen sie in mehrere Teilanfragen, lesen die gefundenen Seiten und setzen daraus eine Antwort zusammen.

Google beschreibt dieses Vorgehen für AI Overviews und AI Mode als Retrieval-augmented Generation mit „Query Fan-out“ (Search Engine Journal). Ahrefs geht davon aus, dass andere Assistenten ähnlich arbeiten und den ursprünglichen Prompt mitunter gar nicht selbst suchen (Ahrefs).

Zitate setzen eine Web-Suche voraus. Erwähnungen können auch aus dem Trainingswissen stammen, also aus dem, was schon vorher über das Unternehmen im Netz stand.

Schematischer Aufbau, die die KI mit Anfragen umgeht

Zitat oder Erwähnung

Eine Marke kann auf zwei Wegen in einer Antwort landen:

  • Zitat: Die KI durchsucht zum Zeitpunkt der Frage einen Suchindex – den von Google, Bing oder einen eigenen – und verlinkt passende Seiten als Quelle. Einige Assistenten rufen einzelne Seiten dabei zusätzlich direkt ab. Dafür muss die Seite indexiert, erreichbar und für die Teilanfragen auffindbar sein.
  • Erwähnung: Die KI nennt die Marke, oft ohne Link. Das kann aus einer Web-Suche stammen oder aus dem Trainingswissen des Modells, also aus dem, was zuvor über das Unternehmen im Netz stand.

Wie oft Trainingswissen statt einer Web-Suche zum Zug kommt, ist kaum unabhängig gemessen. Evertune beziffert es für ChatGPT auf 62 % und für Gemini auf 54 % der Antworten, legt die Methodik aber nicht offen (Evertune).

Jede Plattform tickt anders

Wie stark KI-Antworten den klassischen Suchergebnissen folgen, hängt von der Plattform ab:

Plattform Woher die Quellen kommen Anteil zitierter URLs in Googles Top 10
Google AI Overviews Google-Index, Googles Ranking-Systeme 76 %*
Perplexity eigener Index (PerplexityBot) 28,6 %
ChatGPT-Suche eigener Crawler (OAI-SearchBot) 6,1–8,0 %

*Wert aus einer früheren Ahrefs-Untersuchung mit anderer Methodik. Alle Werte: Ahrefs, rund 15.000 Long-Tail-Anfragen, ChatGPT-Daten von Juli 2025; Crawler laut OpenAI.

Die Konsequenz: Gute Google-Rankings sind für AI Overviews fast Voraussetzung, für ChatGPT deutlich weniger. Wer überall sichtbar sein will, braucht deshalb neben SEO auch Inhalte, die zu vielen Varianten einer Frage passen, und Erwähnungen außerhalb der eigenen Website.

Die Basis: Technik, ohne die nichts greift

Die ersten vier Faktoren sind am besten belegt, weil die Plattformen sie selbst dokumentieren oder Messungen sie eindeutig zeigen. Sind sie nicht erfüllt, bleiben alle inhaltlichen Maßnahmen wirkungslos.

1. Such-Crawler zulassen

Entscheidend ist die Trennung zwischen Trainings- und Such-Crawlern. Bei OpenAI sammelt GPTBot Inhalte für das Modelltraining, OAI-SearchBot dagegen für die ChatGPT-Suche. Wer OAI-SearchBot sperrt, erscheint laut OpenAI nicht mehr in ChatGPTs Suchantworten (OpenAI).

Google AI Overviews brauchen keinen eigenen KI-Crawler. Sie greifen auf Googles normalen Index zu, die Seite muss nur indexiert und für Snippets freigegeben sein (Search Engine Journal).

B2B-Tipp: Nicht nur die robots.txt prüfen, sondern auch Firewall und CDN. Cloudflare blockiert KI-Crawler seit Juli 2025 standardmäßig (CNBC via NBC New York). In Unternehmen mit eigener IT-Security können solche Regeln greifen, ohne dass das Marketing davon weiß.

2. Inhalte im HTML statt per JavaScript

Die großen KI-Crawler führen kein JavaScript aus. Eine Auswertung von Vercel und MERJ fand bei GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot keine JavaScript-Ausführung. GPTBot lädt zwar in 11,5 % seiner Abrufe JavaScript-Dateien, führt sie aber nicht aus (Vercel). Google ist die Ausnahme: Gemini nutzt die Infrastruktur des Googlebot und rendert JavaScript.

B2B-Tipp: Kritisch sind Produktfinder, Konfiguratoren, Preisrechner und gefilterte Produktlisten, die erst im Browser entstehen. Ein schneller Test: JavaScript im Browser abschalten und die Seite neu laden. Was dann fehlt, sehen auch die KI-Crawler nicht.

3. Indexierung bei Google und Bing

Ohne Index kein Zitat. Für Google ist die Indexierung laut eigenem Leitfaden Voraussetzung für die KI-Funktionen. Bei Microsoft Copilot zeigen die zitierten Quellen die größte Überschneidung mit Bing-Ergebnissen (Ahrefs).

B2B-Tipp: Die Bing Webmaster Tools einrichten, falls noch nicht geschehen. Websites lassen sich direkt aus der Google Search Console importieren, erste Daten liegen nach etwa einem Tag vor. Der Bericht „AI Performance“ zeigt, welche eigenen Seiten in Copilot und Bings KI-Antworten zitiert werden (Practical Ecommerce).

4. Rankings für Haupt- und Fan-out-Anfragen

Bei Google AI Overviews stammen laut Ahrefs 76 % der zitierten URLs aus den Top 10 der Suchergebnisse. Weil KI-Suchen eine Frage in Teilanfragen zerlegen, zählt aber nicht nur das Ranking für die Hauptanfrage. Seiten, die bei vielen Varianten einer Frage auftauchen, haben nach Ahrefs bessere Chancen (Ahrefs).

B2B-Tipp: In den Fragen des Buying Centers denken. Zu einer Software fragt die Geschäftsführung nach Kosten und Nutzen, die IT nach Integration und Sicherheit, der Einkauf nach Alternativen. Jede dieser Fragen ist eine mögliche Teilanfrage. Die Bing Webmaster Tools zeigen unter „Grounding Queries“ sogar, mit welchen Suchphrasen die KI die eigenen Seiten gefunden hat.

Inhalte: was zitiert wird

Bei den inhaltlichen Faktoren ist die Beleglage mittel: Mehrere Studien zeigen in dieselbe Richtung, messen aber Zusammenhänge, keine Ursachen. Die Ratschläge sind trotzdem solide, weil sie auch Menschen besser informieren.

5. Kernantwort zuerst

KI-Systeme zitieren auffällig oft aus dem oberen Teil einer Seite. Kevin Indig fand in 1,2 Millionen ChatGPT-Antworten, dass 44,3 % der Zitate aus den ersten 30 % des Seitentextes stammen. Eine zweite Analyse von Bright Data kam für Google AI Mode und Gemini auf 46,1 % (Practical Ecommerce).

Dieselbe Bright-Data-Analyse zeigt: 92,4 % der zitierten Passagen waren vollständige Sätze mit 6 bis 20 Wörtern. Zitiert werden also klare, für sich verständliche Aussagen.

B2B-Tipp: Viele Leistungsseiten starten mit „Ihr Partner für …“. Besser: Der erste Satz sagt, welches Problem das Unternehmen für wen löst, und der erste Absatz beantwortet die wichtigste Fachfrage.

6. Wissen frei zugänglich – nicht nur im Whitepaper

Was hinter einem Lead-Formular liegt, kann kein Crawler lesen. Auch frei abrufbare PDFs sind nicht ideal: In einem kleinen Test von MaxAEO wurden Text-PDFs allein in 35,4 % der Fälle zitiert. Mit einer ergänzenden HTML-Seite stieg die Quote auf 60,4 %, und drei Viertel aller Zitate landeten auf HTML-Seiten (MaxAEO). Der Test umfasst nur 384 Antworten, ist also eine Richtung, kein Beweis.

B2B-Tipp: Whitepaper müssen nicht frei zugänglich werden. Ihre Kernaussagen und wichtigsten Zahlen sollten aber als eigene Seite erscheinen, die auf den vollständigen Download verweist. So bleibt die Lead-Generierung erhalten, und die KI hat etwas zum Zitieren.

7. Eigene Daten und echte Erfahrung

Google bevorzugt laut eigenem Leitfaden Inhalte mit eigenständigen Erkenntnissen gegenüber Allgemeinwissen (Search Engine Journal). Die Forschungsarbeit, die den Begriff GEO geprägt hat, fand Sichtbarkeitsgewinne von bis zu 40 %, mit deutlichen Unterschieden je nach Themenfeld (Aggarwal et al., arXiv).

B2B-Tipp: Case Studies mit konkreten Zahlen, Benchmarks aus eigenen Projekten oder eine kleine Umfrage unter Kundinnen und Kunden liefern genau das, was es anderswo nicht gibt.

8. Preisrahmen, Leistungsumfang und Vergleiche

Eine eigene Studie speziell zu Preisangaben kennen wir nicht. Die Logik ist aber einfach: Fragt jemand eine KI nach den Kosten einer Lösung, kann sie nur Zahlen nennen, die irgendwo stehen. Steht beim Anbieter nur „Preis auf Anfrage“, nimmt sie die Zahlen anderer Anbieter oder von Vergleichsportalen.

B2B-Tipp: Feste Preise sind oft nicht möglich, Preisspannen, Beispielpakete oder die wichtigsten Kostentreiber dagegen schon. Dazu gehören klare Angaben zum Leistungsumfang und ehrliche Vergleiche mit gängigen Alternativen.

9. Klare Struktur und passende Überschriften

Google sagt ausdrücklich, dass Inhalte nicht in kleine Häppchen zerlegt werden müssen. Seine Systeme erkennen mehrere Themen auf einer Seite und zeigen den passenden Teil (Search Engine Journal). Empfohlen wird semantisches HTML, also echte Überschriften, Listen und Tabellen statt optischer Formatierung.

B2B-Tipp: Leistungsseiten lassen sich entlang der Fragen im Buying Center gliedern: Nutzen, Kosten, Umsetzung, Sicherheit. Jede Zwischenüberschrift sollte sagen, was darunter steht.

10. Echte Aktualität

KI-Assistenten zitieren im Schnitt neuere Inhalte als die klassische Google-Suche. Ahrefs hat 17 Millionen Zitate ausgewertet: Die zitierten Seiten waren 25,7 % jünger als organische Suchergebnisse, am deutlichsten bei ChatGPT. Google AI Overviews zeigen dagegen kaum einen Unterschied (Ahrefs).

Die Zahlen relativieren sich aber: Zitierte Seiten sind im Schnitt trotzdem fast drei Jahre alt. Ahrefs selbst vermutet, dass neue, gute Inhalte mehr bewirken als häufige kosmetische Updates.

B2B-Tipp: Gepflegt werden sollten vor allem die Seiten, auf denen sich Fakten ändern: Leistungen, Referenzen, Zahlen, Preise, Zertifizierungen. Ein neues Datum ohne neuen Inhalt ist kein Update.

Marke und Off-Site: wer genannt wird

Genannt wird, wer bekannt ist, und zwar vor allem auf fremden Seiten. Für B2B ist das der unterschätzteste Teil von GEO, weil er außerhalb der eigenen Website stattfindet.

11. Markenerwähnungen in Drittquellen

In einer Ahrefs-Analyse von 75.000 Marken korrelierten Erwähnungen der Marke im Netz am stärksten mit der Sichtbarkeit in Google AI Overviews (0,664). Backlinks lagen mit 0,218 deutlich dahinter (Ahrefs). Wichtig: Das ist eine Korrelation, kein Beweis für Ursache und Wirkung.

Für ChatGPT zeigt eine kleine B2B-SaaS-Studie in dieselbe Richtung: Bei Kaufempfehlungen stammten 88,4 % der Zitate von fremden Seiten, nur 11,6 % von der Website des empfohlenen Anbieters (DerivateX). Die Studie stammt von einer GEO-Agentur und umfasst nur 40 Prompts.

Gekaufte oder künstliche Erwähnungen helfen laut Google weniger, als man denkt (Search Engine Journal).

B2B-Tipp: Fachartikel und Interviews in Branchenmedien, Einträge auf Verbandsseiten, Vorträge auf Konferenzen und Podcast-Auftritte sind klassische PR – und genau das, was KI-Systeme als Drittquelle lesen.

12. Präsenz in Listen, Vergleichen, Verzeichnissen

Vergleichende Listen gehören zu den meistzitierten Seitentypen. Laut Evertune ist die Hälfte der ChatGPT-Zitate ein Listenartikel, davon 58 % Rankinglisten. Grundlage sind über 40.000 häufig zitierte URLs aus knapp 50 Produktkategorien (Evertune).

B2B-Tipp: Es lohnt sich herauszufinden, welche „Die besten Anbieter für …“-Artikel es in der eigenen Branche gibt, und dafür zu sorgen, dort korrekt vorzukommen. Branchenverzeichnisse und Verbandslisten zählen ebenso.

13. Echte Bewertungen

Hier ist die Beleglage dünn, und sie fällt gemischt aus. In der DerivateX-Studie wurden G2 und Capterra bei 233 Software-Empfehlungen in ChatGPT kein einziges Mal zitiert (DerivateX). Ob Bewertungen dennoch über Erwähnungen oder Trainingsdaten wirken, ist nicht untersucht.

B2B-Tipp: Bewertungen dort sammeln, wo die Zielgruppe sie tatsächlich liest – primär für Menschen. Direkte KI-Zitate sind davon nicht zu erwarten.

14. YouTube-Präsenz

YouTube wirkt stark, aber nicht überall. Laut einer OtterlyAI-Auswertung von rund 100 Millionen KI-Zitaten entfallen 38,7 % aller YouTube-Zitate auf Perplexity und 36,6 % auf Google AI Overviews, auf ChatGPT nur 4,4 %. In einer zweiten Analyse zitierte ChatGPT YouTube in einer von 7.651 Antworten (Analyze AI).

Zwei Details sind für B2B ermutigend: Etwa 94 % der zitierten Videos sind Langformate, und 40,8 % hatten weniger als 1.000 Aufrufe (VEED über OtterlyAI). Reichweite ist also keine Voraussetzung.

B2B-Tipp: Webinare, Produktdemos und Tutorials, die ohnehin entstehen, gehören auf YouTube – mit beschreibendem Titel und Kapiteln, die konkrete Fragen beantworten.

15. Konsistente Unternehmensfakten

Eine eigene Studie zu diesem Faktor kennen wir nicht. Ahrefs empfiehlt aber ausdrücklich, die eigene „Entität“ zu pflegen, also das, was über ein Unternehmen als feststehende Tatsache im Netz steht (Ahrefs). Naheliegend ist: Widersprüchliche Angaben erschweren es einer KI, ein Unternehmen korrekt einzuordnen.

B2B-Tipp: Firmenname, Leistungen, Standorte und Gründungsjahr sollten auf Website, LinkedIn, Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen identisch sein. Besonders nach Umfirmierungen oder Fusionen lohnt ein Check.

Mythen-Check: Was sich ignorieren lässt

Rund um GEO kursieren viele Ratschläge, die sich bei genauerem Hinsehen nicht halten. Sieben verbreitete Beispiele:

Mythos Was die Belege sagen Quelle
„Eine llms.txt ist Pflicht.“ Google benötigt weder llms.txt noch Markdown-Versionen oder spezielles Markup für seine KI-Funktionen. Search Engine Journal
„Texte müssen in kleine Häppchen zerlegt werden.“ Laut Google erkennen seine Systeme mehrere Themen auf einer Seite und zeigen den passenden Teil. Search Engine Journal
„Jede Frage-Variante braucht einen eigenen Text.“ KI-Systeme verstehen Synonyme und Bedeutung. Wichtiger ist, ein Thema vollständig abzudecken. Search Engine Journal
„Wer GPTBot sperrt, verschwindet aus ChatGPT.“ GPTBot sammelt nur Trainingsdaten. Für die ChatGPT-Suche ist OAI-SearchBot zuständig. OpenAI
„Wer Google-Extended sperrt, verschwindet aus AI Overviews.“ Google-Extended betrifft Training und Grounding für die Gemini-App und Vertex AI, nicht die Aufnahme in die Google-Suche. Google
„GEO ersetzt SEO.“ Google nennt Optimierung für KI-Suche „still SEO“. Für ChatGPT reicht SEO allein aber nicht, dort zählen Erwähnungen stärker. Search Engine Journal, Ahrefs

Zum Google-Extended-Mythos eine Einschränkung: Weil das Token auch das Grounding in der Gemini-App steuert, kann eine Sperre dort durchaus Sichtbarkeit kosten. Wer AI Overviews gezielt steuern will, nutzt die normalen Snippet-Einstellungen wie nosnippet.

Und ein allgemeiner Hinweis: Viele GEO-Studien stammen von Tool-Anbietern und Agenturen, arbeiten mit kleinen Stichproben und messen Zusammenhänge. Prozentzahlen aus solchen Studien sind Richtungen, keine Naturgesetze – auch die in diesem Artikel.

Der Einstieg – und wie sich Erfolg messen lässt

Der sinnvollste Einstieg folgt der Belegstärke: erst die Technik, dann die wichtigsten Seiten, dann die Arbeit außerhalb der eigenen Website.

  1. Technik prüfen: robots.txt, Firewall und CDN auf gesperrte Such-Crawler checken, wichtige Seiten mit abgeschaltetem JavaScript testen, Bing Webmaster Tools einrichten.
  2. Fragen sammeln: Mit Vertrieb und Kundenservice die 20 bis 30 Fragen zusammentragen, die Interessenten vor einem Kauf stellen – sortiert nach Rollen im Buying Center.
  3. Ist-Stand erheben: Diese Fragen in ChatGPT, Perplexity und Google stellen und notieren, wer genannt und wer verlinkt wird.
  4. Kernseiten überarbeiten: Kernantwort an den Anfang, Preisrahmen und Leistungsumfang ergänzen, Whitepaper-Kernaussagen als eigene Seite veröffentlichen.
  5. Off-Site aufbauen: Relevante Vergleichslisten, Verzeichnisse und Fachmedien identifizieren und gezielt angehen.

Was sich messen lässt - und was nicht

Der Bericht „AI Performance“ in den Bing Webmaster Tools zeigt, wie oft die eigenen Seiten in Copilot und Bings KI-Antworten zitiert werden. Er zeigt keine Aufrufe oder Klicks (Practical Ecommerce). In der Webanalyse lassen sich Besuche aus KI-Suchen an Referrern wie chatgpt.com oder perplexity.ai erkennen.

Manuelle Tests aus Schritt 3 sind nur Momentaufnahmen. Ahrefs weist darauf hin, dass Personalisierung und Gesprächsverlauf die Zitate für dieselbe Frage verändern können (Ahrefs). Die Tests sollten deshalb regelmäßig mit denselben Fragen wiederholt werden. Aussagekräftig sind Tendenzen, nicht einzelne Antworten.

Fazit: solide Grundlagen statt Geheimtricks

GEO für B2B ist weniger Hexenwerk, als viele Angebote suggerieren. Die belastbarsten Hebel sind technische Erreichbarkeit, frei zugängliches und konkretes Fachwissen und Präsenz auf fremden Seiten. Das meiste davon ist gutes SEO und gute PR, konsequent zu Ende gedacht.

Gleichzeitig verändern sich die Plattformen schnell, und viele Zahlen stammen aus kleinen oder interessengeleiteten Studien. Wer die Grundlagen sauber umsetzt und regelmäßig nachmisst, ist besser aufgestellt als mit jedem einzelnen Trick.

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Alle 15 Faktoren mit Kernaussage und B2B-Hinweis gibt es kompakt auf einer Seite im c’n learn GEO-Cheatsheet für B2B.

Nicolai Fleckenstein

ist Experte für Webdesign, e-Commerce, SEO / GEO und Social Media. Seit über 10 Jahren betreut er Kunden unterschiedlichster Branchen in diesen Bereichen. Parallel ist er als Dozent und Coach für Online Marketing an verschiedenen Instituten der Erwachsenenbildung tätig.

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